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Natürlich wirksam: Medizin aus dem Regenwald

Das schützenswerte Ökosystem Regenwald ist wohl das artenreichste der Welt. Dort finden sich zahlreiche Pflanzen und Tiere, deren Wirkstoffe sogar schwere Krankheiten positiv im Verlauf beeinflussen können.

So bedroht, aber so wertvoll: Die tropischen Regenwälder sind die artenreichsten Ökosysteme der Erde und bieten vermutlich deshalb die meisten Heilstoffe. Zwar überlieferten Ureinwohner am Amazonas, im Kongo oder in den schwindenden Tropenwäldern Borneos eine Vielzahl bekannter Heilpflanzen, die meisten Wirkstoffe schlummern vermutlich aber, noch von der Wissenschaft unentdeckt.

„Pflanzen erzeugen direkt oder indirekt alle unsere Lebensmittel, die meisten unserer Medikamente, unsere Kleidung. Sie nähren nicht nur unsere Körper, sondern auch unsere Seele. Mit Farben und Düften. Und was tun wir? Wir rotten sie aus. Wenn wir weitermachen wie bisher, werden wir bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ein Drittel aller weltweit bekannten Arten ausgemerzt haben. Sind wir eigentlich verrückt?“, sagt Dr. Peter Hamilton Raven, bis 2011 Direktor des Botanischen Gartens St. Louis. Experten zufolge existieren etwa 7000 Medikamente, die aus den Pflanzen des tropischen Regenwaldes entwickelt worden sind – und das, obwohl Wissenschaftler erst zwei Prozent der dortigen Pflanzenarten untersucht haben. Schon heute helfen Pflanzen aus dem Regenwald gegen Krebs, Tuberkulose und Malaria, helfen bei Verstopfung und Husten. Jedes vierte Medikament mit pflanzlichem Ursprung stammt aus Tropenwäldern.

Das Madagaskar-Immergrün Catharanthus roseus enthält Viblastin und Vincristin und damit Mittel gegen die Hodgkin-Krankheit und lymphatische Leukämie. Es steigert bei beiden Krebserkrankungen die Heilungschancen von 20 auf 80 Prozent. Fünf weitere Arten auf Madagaskar sind noch nicht untersucht.

Drachenblut-Harz aus einem Baum Südamerikas hilft gegen Verletzungen, Keime und Infektionen sowie gegen Herpes. Der bolivianische Kürbis Caihu hält den Blutdruck in Balance, senkt die Blutfettwerte und hilft so gegen Arteriosklerose. Die Blüten der Passionsbäume aus den Regenwäldern Mesoamerikas wirken gegen Kopfschmerzen, Nervosität und Panikattacken. Wissenschaftler der Universität Bonn fanden in Mexiko mehr als 100 Pflanzen, die sich auf den Blutzucker auswirken. Der Guarumbo-Baum bietet Substanzen, die Diabetes heilen können, sagen Experten.

Der Niembaum aus Indien gilt sogar als Allheilmittel: Er enthält Abwehrkräfte gegen Bakterien, Viren, Pilze und Infektionen, wirkt antidiabetisch, senkt den Blutdruck und das Cholesterin. Zudem wirkt er verhütend, denn er lähmt Spermien. Die einheimischen nutzen seine Rinde, seine Blätter, seine Blüten und seine Samen in Form von Tee, Pulver, Saft und Öl. Ärzte vor Ort behandeln damit Lepra, Nesselsucht, Verdauungsprobleme und Erkrankungen der Schilddrüse.

Doch nicht nur die Pflanzen, auch die Tiere des Regenwaldes produzieren medizinisch interessante Stoffe: Kegelschnecken verfügen über unzählige Gifte, die das Nervensystem angreifen und deswegen neurologische Erkrankungen behandeln können. Das Gift des Pfeilgiftfrosches stärkt den Herzmuskel, der Schleim eines australischen Baumfrosches wirkt gegen diverse Bakterienarten und tötet auch solche multiresistenten Keime ab, gegen die klassische Antibiotika machtlos sind.